Link zur Startseite

Steiermark Radmobil

Nicht vom Leben träumen, sondern den Traum leben

Von Graz nach Tokyo mit dem Rad

14.000 Kilometer, zwölf Länder, 1 Jahr Zeit - Fabio Trenn und Elias Lang aus Graz meisterten diese Challenge bravourös. Am 10. März 2019 traten sie ihre Reise an, mit der Intention, andere zu motivieren ihre Träume zu verwirklichen. Am 19. Dezember 2019 erreichten sie letztendlich Tokyo, ihr Reiseziel. Nach ihrer Ankunft am Flughafen in Graz standen mir die zwei Rede und Antwort.

Elias Lang und Fabio Trenn bei ihrer Ankunft am Flughafen in Graz © Julia Schuster
Elias Lang und Fabio Trenn bei ihrer Ankunft am Flughafen in Graz
© Julia Schuster

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete?

Der 23-jährige Jus-Student Fabio liebt Fußball, Literatur und verbringt gerne Zeit mit seinen Freunden. Der 20-jährige Elias, medizinischer Masseur in Ausbildung, spielt Tennis, Dart und seine Leidenschaften sind das Theater, der Film und die Kunst.
Bevor die beiden sich nach Tokio aufmachten, fehlte von exzessivem Radsport jede Spur! „Ich bin drei-, viermal in der Woche mit dem Rad zur Uni gefahren - das war's!", sagt Fabio. Das gleiche galt auch für Elias. Die einzige physische Vorbereitung war eine Radtour von Graz nach Deutsch Goritz zu Fabios Großeltern (knapp 70 Kilometer). In die mentale Vorbereitung auf die Reise nach Tokyo investierten die beiden aber mehr Zeit.

Fabio und Elias beim Radeln im Naturschutzgebiet in Gansu (Provinz in China) © graz.tokyo (Instagram)
Fabio und Elias beim Radeln im Naturschutzgebiet in Gansu (Provinz in China)
© graz.tokyo (Instagram)

Ups and Downs

Auf ihrer Reise nach Tokyo, die sie am Grazer Schloßberg antraten, kamen sie nicht nur an ihre eigenen Grenzen, sondern auch an Staatsgrenzen. Insgesamt durchquerten sie zwölf Länder, dazu zählten Ungarn, Rumänien, Moldawien, die Ukraine, Russland, Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, China, Südkorea und Japan.

Gepäckstaschen, die sie vorne und hinten beim Rad mit jeweils 40 bis 50 Kilogramm beluden, gehörten zum Alltag auf ihrem Abenteuer. Weiters nahmen sie sich vor, mit einem täglichen Budget von zehn Euro auszukommen. An den Nerven der beiden Grazer haben eher der ständige Temperaturwechsel, der Wind in Russland oder der Smog in China gezerrt. In manchen Ländern stellte das tägliche Wildcampen auch eine große Herausforderung dar, vor allem zu Beginn ihrer Reise hatten sie größten Respekt davor. In den meisten Ländern hatten sie aber keine Probleme damit, ganz im Gegenteil, sie fanden tolle Plätze und genossen die Verbundenheit mit der Natur. Die Routen, die einmal gebirgig und ein anderes Mal flach ausfielen, forderten ständige Konzentration, führten aber auch zu atemberaubenden Plätzen mit einer tollen Aussicht.

In China hatten Elias und Fabio mit Smog zu kämpfen. © graz.tokyo (Instagram)
In China hatten Elias und Fabio mit Smog zu kämpfen.
© graz.tokyo (Instagram)

Das Highlight ihrer Reise war für die beiden der Pamir Highway in Tadschikistan. Es ist die zweithöchste Gebirgsstraße der Welt und dort überwanden sie über viertausend Meter hohe Pässe.

Der Tiefpunkt hingegen war die Zeit in Westchina in der Provinz Xinjiang. Dort herrscht völlige Unterdrückung von den Uiguren, laut Fabio ist es ein totaler Polizeistaat. Tagtäglich wurden sie von Polizisten verfolgt und mit Befragungen und Polizeikontrollen konfrontiert. „Das war für uns mental sehr, sehr anstrengend!", sagte Elias.

Freundschaft besteht weiterhin

Auf die Frage, ob sie sich gegenseitig nach 248 Tagen und 13.643 Kilometer am Fahrrad überhaupt noch sehen können, stimmten die beiden selbst etwas überrascht zu. Grund für die gute Beziehung zueinander könnte die intensive mentale Vorbereitung auf ihre Reise gewesen sein oder die Tatsache, dass sie sich schon von klein auf gut kennen. Falls es einmal nicht so harmonisch war: „Einfach einen halben Tag mit zwei Kilometer Abstand voneinander fahren - dann hat's wieder gepasst", sagt Fabio.

Fazit

„Es ist unvorstellbar so viel geschafft zu haben, ich kann es gar nicht glauben, nach neuneinhalb Monaten wieder hier in Graz zu sein! Es ist ein unbeschreibliches Gefühl!", sagt Fabio am 29. Dezember bei ihrer Ankunft am Flughafen in Graz.

Nach ihrer Reise fühlen sich die beiden nun viel fitter und können sich auch vorstellen, in Zukunft immer wieder kleinere Radtouren oder Tagestouren zu fahren.

In nächster Zeit werden sie sich voll und ganz der Produktion ihres Dokumentarfilms über ihre Reise widmen. Er wird aufzeigen, wie essentiell es ist, seine Träume zu verwirklichen und er beinhaltet natürlich auch eine Dokumentation ihrer Route und alle Höhen und Tiefen ihres Abenteuers.

Nähere Informationen über das Abenteuer Graz-Tokyo und wie man Fabio und Elias unterstützen kann, erfahren Sie auf ihrem Blog graz-tokyo. https://www.graz-tokyo.at/

(von Julia Schuster/FH Joanneum in Kooperation mit Radmobil Steiermark)

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).